Montag, 29. Dezember 2025

Muss man seinen PC regelmäßig mit SFC oder DISM überprüfen?

Die Befehle sfc /scannow und verschiedene DISM-Varianten (z. B. DISM /Online /Cleanup-Image /ScanHealth) werden häufig als pauschale Problemlöser oder zur Optimierung empfohlen. Diese Tipps tauchen immer wieder in Foren und Kommentaren auf - sind aber nicht immer sinnvoll.


Wenn ein Windows-System keine Probleme zeigt, sollte man diese Befehle nicht routinemäßig ausführen. In diesem Fall gilt ganz klar: Finger weg.

Gegen eine sehr gelegentliche Prüfung mit
DISM /Online /Cleanup-Image /ScanHealth
spricht allerdings nichts, da dieser Befehl nur prüft und nichts verändert oder repariert.


Wann machen SFC und DISM wirklich Sinn?

Diese Werkzeuge sind Diagnose- und Reparaturtools und sollten nur bei konkretem Anlass eingesetzt werden.

Typische Anlässe sind zum Beispiel:

  • Windows-Updates schlagen wiederholt fehl

  • Das System verhält sich instabil ohne erkennbare Ursache

  • Updates wurden abgebrochen (z. B. durch Neustart oder Stromausfall)

  • Systemfunktionen reagieren fehlerhaft


Die richtige Reihenfolge ist entscheidend

Wenn es einen Anlass gibt, sollte man immer in dieser Reihenfolge vorgehen:

  1. DISM /Online /Cleanup-Image /ScanHealth
    (prüft den Zustand)

  2. DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth
    (repariert erkannte Schäden)

  3. sfc /scannow
    (überprüft und repariert Windows-Systemdateien)


Die Tools werden alle im cmd-Fenster im Administrator-Modus gestartet.


Das Fenster ist dann mit "Administrator:" beschriftet.




Schritt 1: Zustand prüfen

Als erster Schritt (bei Problemen oder gelegentlich zur Kontrolle):

DISM /Online /Cleanup-Image /ScanHealth

DISM (Deployment Image Servicing and Management) prüft hierbei nicht einzelne Dateien, sondern den Windows-Komponentenspeicher (WinSxS) - also die Basis, aus der Windows sich selbst repariert.

Das Ergebnis ist übersichtlich und eindeutig:

  • Keine Beschädigungen erkannt

  • Beschädigungen erkannt - reparierbar

  • Beschädigungen erkannt - nicht reparierbar


Schritt 2 und 3: Reparieren

Werden Probleme gemeldet, folgt Schritt 2:

DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

War dieser Schritt notwendig, sollte man abschließend immer noch ausführen:

sfc /scannow

So wird sichergestellt, dass auch die Windows-Systemdateien wieder korrekt hergestellt werden.


Wichtiger Hinweis

Diese Tools prüfen ausschließlich Windows selbst - keine Programme von Drittanbietern.
Probleme mit Anwendungen oder Spielen lassen sich damit nicht zwangsläufig beheben.
Es kann also durchaus sein dass der Fehler nicht behoben wird.



Jetzt noch ein Hinweis zu /Restorehealth

Während der Ausführung gibt DISM lange Zeit keine sichtbaren Fortschrittsmeldungen aus. Besonders typisch ist:

  • Anzeige bleibt minutenlang bei 20 %, 40 % oder 62,3 %

  • Kein Text, kein neuer Prozentwert

  • Fenster reagiert aber noch

Dann einfach etwas Geduld haben. Der Vorgang kann - je nach System - 10 bis 30 Minuten oder auch länger dauern.
Man kann den Task-Manager öffnen (Rechtsklick auf die Taskleiste und auswählen). Wenn dort unter den Prozessen zu sehen ist, dass die CPU aktiv arbeitet, heißt es weiterhin: Geduld haben.





Für den Fall, dass der Vorgang tatsächlich hängt und der PC nicht mehr reagiert, folgt hierzu in Kürze ein separater Beitrag.
Genau aus diesem Grund sollte man mit diesem Tool nicht unüberlegt "herumprobieren".




Festplatten unter Windows 10/11 mit dem Windows-Tool "Laufwerke optimieren" optimieren - sinnvoll oder nicht?

Immer wieder hört man den Tipp, man solle seinen Windows-Computer durch das Defragmentieren der Festplatte(n) wieder schneller machen. Dieser Ratschlag hält sich erstaunlich hartnäckig - ist aber heute nur noch sehr eingeschränkt richtig.

Um es kurz zu machen:
Im Großen und Ganzen ist das ein sinnloser Tipp.

Jetzt die lange Fassung.

Erste Regel: Keine SSDs defragmentieren

Moderne Computer verwenden in der Regel SSDs (Solid State Drives). Diese besitzen keine beweglichen Teile und profitieren nicht von einer klassischen Defragmentierung. Im Gegenteil: Unnötige Schreibvorgänge können die Lebensdauer sogar verkürzen.

Zweite Regel: Windows optimiert Laufwerke automatisch

Windows 10 und Windows 11 führen die notwendige Laufwerksoptimierung automatisch im Hintergrund durch.
Bei SSDs geschieht das über sogenannte TRIM-Befehle, bei klassischen HDDs gegebenenfalls über eine Defragmentierung. Manuelles Eingreifen ist normalerweise nicht erforderlich.

Das Windows-Tool "dfrgui"

Das entsprechende Windows-Werkzeug lässt sich manuell starten über:

Windows-Taste + R → dfrgui

Danach erscheint eine Übersicht aller erkannten Laufwerke inklusive Statusanzeige. Diese zeigt:

  • ob Handlungsbedarf besteht

  • wann die letzte Optimierung durchgeführt wurde


Steht dort "OK", gibt es keinen Grund, weiter aktiv zu werden - und genau das ist in den meisten Fällen der Fall.

Analysieren statt blind optimieren

Bevor man auf "Optimieren" klickt, kann man zunächst "Analysieren" wählen.
Dabei prüft Windows den Zustand des Laufwerks und aktualisiert den Status. Auch hier lautet das Ergebnis in der Regel wieder: OK.

Unter Windows 10 und Windows 11 ist das manuelle Defragmentieren für die meisten Nutzer überflüssig. Das Betriebssystem erledigt die nötigen Aufgaben automatisch und angepasst an den jeweiligen Laufwerkstyp. Wer regelmäßig manuell optimiert, gewinnt in der Praxis meist keinen messbaren Vorteil.


Und jetzt noch zwei Ergänzungen:

Externe Festplatten, die nicht dauerhaft angeschlossen sind

Eine Besonderheit stellen externe Festplatten dar, die nur gelegentlich mit dem Computer verbunden werden - etwa für Backups oder zur Archivierung von Daten.

Solche Laufwerke werden von der automatischen Wartung von Windows nur dann optimiert, wenn sie angeschlossen sind. Sind sie über längere Zeit nicht verbunden, kann es vorkommen, dass eine geplante Optimierung schlicht ausfällt.

Das ist in der Praxis meist unproblematisch:

  • Externe SSDs sollten auch hier nicht manuell defragmentiert werden. Die automatische TRIM-Optimierung erfolgt beim nächsten Anschluss, sofern das Laufwerk dies unterstützt.

  • Externe HDDs können bei sehr vielen Schreib- und Löschvorgängen theoretisch fragmentieren. Eine gelegentliche manuelle Analyse über das Windows-Tool ist hier ausreichend.

Empfehlung:

Wird eine externe HDD regelmäßig genutzt und häufig beschrieben, kann man sie bei Bedarf manuell analysieren und optimieren. Für reine Backup- oder Archivlaufwerke ist selbst das meist nicht notwendig. 

Prüfen der Einstellungen

Unten in dem Tool stehen die Einstellungen für die geplanten Optimierungen.


Mit "Einstellungen ändern" kann man diesen Zeitraum ändern. Dort sollte "wöchentlich" stehen. Und das ist auch die sinnvollste Einstellung. (Wird von Windows automatisch eingestellt).


Checkliste:

Interne SSD (SATA oder NVMe)
- Nicht defragmentieren
- Windows-Optimierung (TRIM) aktiviert lassen


Interne HDD (klassische Festplatte)
- Automatische Optimierung durch Windows ausreichend
- Manuelles Defragmentieren nur selten nötig


Externe SSD
- Nicht defragmentieren
- Optimierung erfolgt beim Anschließen automatisch


Externe HDD (gelegentlich angeschlossen)
- Optional analysieren
- Nur optimieren, wenn Windows Handlungsbedarf meldet


Status im Tool „dfrgui“ = OK
- Nichts tun


„Optimieren“ ohne vorherige Analyse
- Nicht empfohlen


Sonntag, 21. Dezember 2025

Shortcuts (Tastenkombinationen) zum schnellen Starten von Anwendungen


Ich bin ein großer Fan des Startmenüs von Windows. Damit habe ich immer schnellen Zugriff auf alle wichtigen Anwendungen, die ich im Laufe des Tages benötige – mit zwei Klicks am Ziel: Windows-Symbol und Anwendung.




Über Einstellungen (Personalisierung → Start) kann man sich die Ansicht noch etwas anpassen. Ich bevorzuge hier „Mehr angeheftete Elemente“. So findet jeder seinen besten Weg.



Jetzt habe ich aber etwas Neues, sehr Praktisches gefunden. Okay, neu ist es eigentlich nicht – aber entdeckt habe ich es erst jetzt. (Danke an das große Internet 😊)

Windows ermöglicht es, Verknüpfungen auf dem Desktop mit Shortcuts (Tastenkombinationen) zu versehen. Man kann also eine Tastenkombination direkt mit einer Anwendung verknüpfen und diese dann unmittelbar starten.



Man wählt mit dem Klick auf die rechte Maustaste im Menü die Eigenschaften.



Im nun geöffneten Fenster wählt man das Register „Verknüpfung“ und klickt in das Feld „Tastenkombination“.




Drückt man jetzt eine Taste, wird diese automatisch mit „STRG + ALT +“ ergänzt.




Diese Auswahl bestätigt man anschließend mit „OK“. (Eventuell meckert Windows wegen fehlender Administratorrechte. In der Regel muss man das nur bestätigen. Sollte man diese Rechte nicht haben, muss man den zuständigen PC-Chef fragen 😀)

Ab dann kann man mit STRG + ALT + gewählter Taste die Anwendung direkt starten – in der Regel auch aus jeder anderen Anwendung heraus, außer die Tastenkombination ist bereits anderweitig vergeben.



Mittwoch, 6. August 2025

 

Tipp zum schnellen Druck einer Kopie eines letzten Ausdrucks.


Wenn du häufiger denselben Ausdruck benötigst, kannst du Windows so einstellen, dass du ein Dokument mit nur wenigen Klicks erneut drucken kannst. Das spart manchmal wirklich Zeit.

So geht's:

  1. Druckspooler-Einstellungen öffnen
    Öffne die Eigenschaften deines Druckers in Windows.

  2. Standardverhalten ändern
    Normalerweise werden Druckaufträge nach dem Drucken automatisch aus dem Druckspooler gelöscht. In den erweiterten Einstellungen kannst du dieses Verhalten umstellen, sodass die Aufträge im Spooler erhalten bleiben.

  3. Wichtiger Hinweis
    Nicht jeder Drucker unterstützt diese Einstellung. Prüfe daher, ob die Option bei deinem Modell verfügbar ist. Eventuell muss man die Eigenschaften als Administrator starten um sie ändern zu können.



Zuerst muss der Druckspooler für den jeweiligen Drucker eingestellt werden. Standardmäßig wird jeder Druckauftrag nach dem Drucken automatisch aus dem Spooler entfernt. Dieses Verhalten lässt sich ändern - allerdings nicht bei jedem Drucker.

Schnell zu den Druckereinstellungen und zur Druckerübersicht:
Entweder die Tastenkombination Windows-Taste + R drücken oder mit der rechten Maustaste auf das Startmenü klicken und "Ausführen" wählen. Anschließend shell:printersfolder eingeben.

Für die Einstellungen dann mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Drucker klicken, Eigenschaften auswählen und zum Register "Erweitert" wechseln.

Der Weg über die Windows-Einstellungen und "Bluetooth und Geräte" ist deutlich umständlicher.
( Bluetooth und Geräte -> Drucker auswählen -> Weitere Geräte- und Druckereinstellungen ->  Drucker auswählen (!) - Druckereigenschaften oder Druckerwarteschlange auswählen)


Den Haken bei „Druckaufträge nach dem Drucken nicht löschen“ setzen.





Für den Start der Einstellungen als Administrator geht man mit der rechten Maus auf das Druckersymbol und nutzt "Als Administrator ausführen".


Was ist jetzt möglich? Die Druckaufträge werden nicht gelöscht und verbleiben im Druckspooler.

Über die Druckeransicht kann man den Druckerspooler eines Druckes mit einem Doppelklick öffnen.(Zur Druckeransicht siehe oben)



Im Druckerspooler wählt man den Druckauftrag aus, den man erneut drucken möchte. Anschließend klickt man mit der rechten Maustaste darauf und wählt „Neu starten“. Schon beginnt der Druck erneut.






Als Alternative zur Druckerübersicht kann man sich den Drucker auch direkt als Verknüpfung auf dem Desktop anlegen. Dazu einfach den Drucker per "Drag & Drop" aus der Druckeransicht auf den Desktop ziehen. So lässt sich der Druckspooler schneller starten.

Von Zeit zu Zeit sollte man jedoch den Inhalt des Spoolers löschen, da es sonst schnell unübersichtlich wird. Dazu im Spooler unter "Datei" die Option "Alle Druckaufträge abbrechen" auswählen.
Wichtiger Hinweis: Nicht löschen, während gerade ein Ausdruck läuft.





Alte Computer sicher weiternutzen - oder sinnvoll umfunktionieren

Was macht man  mit älteren PCs (Windows 10 oder älter), die sich nicht mehr aktualisieren lassen?
Ab Oktober 2025 endet der Support für Windows 10. Spätestens dann steigt das Risiko von Sicherheitslücken deutlich. Besonders kritisch wird es, wenn der Computer regelmäßig fürs Internet, Online-Banking oder Homeoffice genutzt wird.

Risiko einschätzen

  • Windows 7 / Windows 8: Keine Internetnutzung mehr! Online-Banking tabu.

  • Windows 10 (nach Supportende): Je mehr Internet, desto höher das Risiko.

  • Homeoffice? Risiko mit Arbeitgeber abklären - verschlüsselte Zugänge können unter Umständen weiter genutzt werden.

Unproblematisch sind Aufgaben ohne Internetverbindung, z. B. Schreiben, Musik hören, Filme schauen, Spiele offline spielen.

 Sichere Nutzungstipps

  • Keine privaten E-Mails mehr öffnen (Phishing-Gefahr)

  • Nicht wahllos durchs Web surfen (verseuchte Webseiten)

  • Nur große, seriöse Streaming-Dienste nutzen

  • Illegale Film-/Musik-Seiten meiden


Zwei sinnvolle Möglichkeiten

Option 1: Linux installieren

  • Leichtgewichtige Linux-Distributionen sind ideal für ältere Hardware

  • Viele Windows-Programme laufen mit Wine weiter (nicht alle)

  • Standardmäßig enthalten: Webbrowser, E-Mail, Musik-/Videoplayer, LibreOffice

  • Eignet sich für E-Mail, Surfen, Social Media, Office-Arbeiten

  • Für Einsteiger etwas Umgewöhnung nötig, aber gut machbar

Option 2: Als Heimserver nutzen

  • Einsatzmöglichkeiten: Datensicherung, Medien-Server für Filme und Musik

  • Internetzugang über Router komplett sperren → keine Sicherheitsgefahr

  • Gerät nur bei Bedarf einschalten

  • Braucht einen festen Platz und Einbindung ins Heimnetz


Ein alter Computer muss also nicht sofort entsorgt werden. Mit Linux oder als Offline-Heimserver kann er noch einige Jahre gute Dienste leisten - sicher, sinnvoll und nachhaltig.  

Und jetzt noch eine dritte Möglichkeit.

Option 3: Einen der Tricks zur Installation von Windows 11 nutzen

  • Es gibt Webseiten und Youtube-Kanäle, die verschiedene Tricks beschreiben, wie man Windows 11 auf einem Computer, der eigentlich nicht mehr unterstützt wird, trotzdem installieren kann. Die meisten dieser Tricks funktionieren auch.

  • Es gibt aber eine Kleinigkeit, die bei den meisten nicht erwähnt wird: Geht der Computer auch noch nach neuen Updates und werden in Zukunft auch alle Sicherheitspatches korrekt eingespielt?

  • Man kann damit auf jeden Fall etwas Zeit gewinnen.

  • Jeder, der seinen Computer für wichtige Arbeiten benötigt, sollte also unbedingt einen Ersatzplan für den Fall haben, dass später keine Updates mehr kommen. 


Montag, 4. August 2025

Hinweis zum Kauf gebrauchter Computer
mit Windows 11 und älterem Versionsstand 21H2 / 22H2 / 23H2


Microsoft hat die Hardwareanforderungen für Windows 11 mit jeder neuen Version leicht erhöht. Daher kann es passieren, dass sich ein Computer mit Windows 11 Version 21H2 oder 22H2 nicht auf die aktuelle Version 24H2 aktualisieren lässt - auch wenn er grundsätzlich mit Windows 11 kompatibel sein sollte.

Der Kauf eines gebrauchten Computers bei einem seriösen Händler ist zwar grundsätzlich eine sehr gute Möglichkeit, Geld zu sparen und trotzdem ein leistungsfähiges Gerät zu bekommen. Dennoch sollte man derzeit genau prüfen, welche Windows-Version installiert ist und ob sich diese problemlos auf eine aktuelle Version upgraden lässt.

Gerade bei Geräten mit Version 21H2 kommt es häufiger vor, dass ein Update scheitert - etwa aufgrund von Hardwareeinschränkungen oder fehlenden Treibern. In vielen Fällen funktioniert das Upgrade mit Tricks zwar ohne Probleme, aber ob dann in Zukunft alles richtig läuft ist nicht bekannt.

Gerade wenn man seinen Windows-10-Computer zwangsweise austauscht, kommt man de facto nicht weiter, weil der neue Computer auch keinen Aktualisierungsdienst mehr hat. Daran denkt man natürlich nicht sofort bei der Ersatzbeschaffung.

Tipp: Vor dem Kauf prüfen, ob das Gerät bereits mit Windows 11 Version 24H2 läuft oder direkt ein Modell wählen, bei dem diese Version bereits installiert ist.


Support-Ende für Windows 11 Versionen (Home & Pro):

Version 21H2: Supportende im Oktober 2023

Version 22H2: Supportende im Oktober 2024

Version 23H2: Supportende im November 2025


Die meisten Probleme treten aktuell bei 21H2-Geräten auf - Microsoft sei Dank.

Ein unterstütztes Windows ist deshalb so wichtig, weil nur so sichergestellt wird, dass regelmäßig die neuesten Sicherheitsupdates kommen und das System geschützt bleibt. Sobald eine Version nicht mehr unterstützt wird, entstehen nach und nach immer mehr Sicherheitslücken, die Angriffe erleichtern. Wenn eine veraltete Version verwendet wird, setzen man sich unnötig einem erhöhten Sicherheitsrisiko aus - zumal Funktions- und Sicherheitsupdates kostenlos bereitgestellt werden.


Samstag, 17. Mai 2025

Passwörter

Passwörter – eine sehr wichtige Angelegenheit

Passwörter sind von entscheidender Bedeutung. Sie halten Unbefugte fern – wie das gute alte Schloss an der Tür. Nur durch sichere und regelmäßig geänderte Passwörter kann man verhindern, dass Fremde auf persönliche Daten zugreifen.

Wichtig ist, sich über die Rolle und den Schutzbedarf jedes Passworts Gedanken zu machen. Passwörter werden für Onlinebanking, Online-Shops, Foren, E-Mail-Konten, Facebook, Instagram und vieles mehr benötigt. Hinter diesen Passwörtern verbergen sich mitunter sehr persönliche oder äußerst sensible Informationen.

Einige Passwörter schützen nur nebensächliche Inhalte – andere jedoch gewähren Zugang zu zentralen Bereichen unseres digitalen Lebens. Besonders kritisch ist zum Beispiel das E-Mail-Passwort. Wer Zugriff auf das eigene E-Mail-Konto hat, kann oft auch andere Passwörter zurücksetzen oder Konten übernehmen. Viele Änderungen an E-Mail-Konten erfolgen zudem unbemerkt, etwa durch das Einrichten von Weiterleitungen oder das heimliche Ändern von Sicherheitsfragen.

Deshalb gilt: Erstelle eine Übersicht deiner Passwörter, samt ihrem Verwendungszweck und ihrer Wichtigkeit.

Beispielhafte Einstufung:

Passwort/Zweck

Wichtigkeit

Onlinebanking

Sehr wichtig

E-Mail-Konto

Sehr wichtig

Router

Sehr wichtig

Wlan

Sehr wichtig

Microsoft-/Apple-ID

Sehr wichtig

Zahlungsdienste (PayPal, Klarna etc.)

Sehr wichtig

ELSTER/Finanzamt

Sehr wichtig

Discounter-Apps mit Guthaben

Sehr wichtig

Discounter-Apps ohne Guthaben

Eher wichtig

Facebook

Privat, sehr wichtig

Instagram

Privat, sehr wichtig

TikTok

Privat, sehr wichtig

Online-Shops

Je nach Shop wichtig bis weniger wichtig

Private Gruppen

Wichtig

Hobbyforen

Weniger wichtig

Soziale Foren

Unterschiedlich – je nach Inhalt

Die Einschätzung der Wichtigkeit liegt bei dir – entscheidend ist, welchen Schaden ein gestohlenes Passwort anrichten könnte, mit oder ohne weitere Sicherheitsmechanismen.

Beim Onlinebanking zum Beispiel genügt ein Passwort allein in der Regel nicht, da Aufträge zusätzlich freigegeben werden müssen. Trotzdem bleibt das Zugangspasswort schützenswert.

Für Online-Shops gilt: Lege keine Bankdaten an, wenn es nicht zwingend notwendig ist – besonders nicht bei der ersten oder einer einmaligen Bestellung. Bevorzuge Zahlungsarten wie Rechnung, PayPal, Klarna oder Vorkasse (nur bei vertrauenswürdigen Anbietern!). Achte auf echte Prüfsiegel wie Trusted Shops, EHI, Geprüfter Webshop (TÜV Süd). Im Zweifel nutze den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560

Sehr wichtig ist das Passwort des Routers und des WLAN. Wer Zugang zum Router oder WLAN bekommt, kann auf das Netzwerk und alle Geräte zugreifen. Die Passwörter sollte man sofort bei der Installation ändern und auch regelmäßig wieder ändern. Viele Router haben Protokolle, die Zugriffe und versuchte Zugriffe auf den Router anzeigen. In diese Protokolle sollte man ab und an einen Blick werfen. Für das WLAN bieten viele Router einen QR-Code an, der beim Passwortwechsel die Einstellung des Passwortes am Smartphone erleichtert. 

Zurück zum Kern: das Passwort selbst

Ein Passwort ist nur so gut wie seine Länge und Komplexität.

Hier ein grober Überblick über die geschätzten Zeiten, die man mit Brut-Force-Angriffen zum Knacken benötigt (Stand 2024, realistisch verringert durch moderne KI-Tools um ca. 20 %):

  • 6 Zeichen, nur Kleinbuchstaben → wenige Sekunden

  • 8 Zeichen, Groß-/Kleinschreibung, Zahlen → Minuten bis Stunden

  • 10–12 Zeichen mit Sonderzeichen → Tage bis Jahre

  • 14+ Zeichen mit voller Komplexität → praktisch unknackbar

Nachfolgend eine Übersicht der geschätzten Zeiten, die zum Knacken eines Passworts durch die sogenannte Brute-Force-Methode erforderlich sind:




Ein gutes Passwort sollte also mindestens 10–12 Zeichen lang sein und Groß-/Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen enthalten. Und es sollte regelmäßig geändert werden.


Gerätesicherheit: Wohin mit den Passwörtern?

Nicht jedes Passwort gehört auf jedes Gerät. Ein Smartphone, so praktisch es auch ist, sollte nicht zur Schaltzentrale deines digitalen Lebens werden.

Grundregeln:

  • Keine Banking-Software und Freigabe-App auf demselben Smartphone.

  • Möglichst keine Passwortsammlungen auf dem Handy – weder als Textdatei noch in einer App.

  • Wichtige Zugangsdaten, die unterwegs nicht benötigt werden, gehören nicht auf mobile Geräte.

  • Auch auf Büro- oder Familiencomputern sollten nur notwendige Passwörter gespeichert sein.


Zusätzliche Empfehlungen

  • Verwende für besonders wichtige Dienste separate E-Mail-Adressen, die nicht im Alltag verwendet werden. Diese sollten nicht auf dem Smartphone synchronisiert sein.

  • Gute E-Mail-Dienste gibt es auch ohne Google oder Microsoft: z. B. Posteo, Mailbox.org, ProtonMail – seriös, datenschutzorientiert und oft schon für wenig Geld verfügbar.

  • Nutze Passwort-Manager – aber mit Bedacht! Wer einen solchen verwendet, sollte wissen: Ein einziges Passwort schützt dann alles. Dieses eine Master-Passwort muss absolut sicher sein – und nur im eigenen Kopf existieren.

  • Es ist sehr sinnvoll sehr wichtige Passwörter auch auf Papier zu haben. Ohne PC oder Smartphone kein Passwort! Das kann möglicherweise schnell ein großes Problem werden.


Fazit

Passwörter sind der Schlüssel zu unserer digitalen Identität – und wie bei echten Schlüsseln gilt:
Verliert man ihn, steht schnell jemand Fremdes in der eigenen Stube.

Deshalb: Pflege deine Passwörter wie ein Schatz. Verwalte sie mit Bedacht, verteile die Risiken, und setze auf Klarheit und Disziplin. Früher nannte man das „digitale Haushaltsführung“ – und das trifft es auch heute noch ziemlich gut.



Sonntag, 6. April 2025

 Windows Snipping Tool zur Texterkennung nutzen.


Unter den integrierten Windows-Werkzeugen findet sich auch das Snipping Tool – ein praktisches Hilfsmittel für Bildschirmaufnahmen. Du findest es in der Programmliste unter dem Buchstaben „S“.
Schneller geht’s mit der Tastenkombination „Windows-Taste + Umschalt (Shift, links) + S“.

Mit diesem Werkzeug lässt sich im Handumdrehen ein Screenshot anfertigen. Einfach den gewünschten Bereich mit der Maus auswählen – sobald du loslässt, wird das Bild automatisch in die Zwischenablage kopiert.

Neben einfachen Bildschirmfotos kann das Snipping Tool mittlerweile auch Videoaufnahmen machen. Nach dem Aufruf der Funktion kannst du in der erscheinenden Werkzeugleiste die Aufnahmemethode ändern.


Doch besonders bemerkenswert ist eine Funktion, die fast wie Zauberei wirkt: die Texterkennung.

Wenn du den erstellten Screenshot über die Benachrichtigung unten rechts öffnest (Hinweis: „In Zwischenablage kopiert“), klicke dort auf „Markup und Freigabe“.



Nun öffnet sich das Snipping Tool-Fenster. Wechsle dort zum Reiter „Markup“. Hier bietet dir das Programm die Möglichkeit, erkannten Text aus dem Bild zu extrahieren. Der Text wird nicht direkt angezeigt – aber: Du kannst ihn trotzdem kopieren und an anderer Stelle weiterverwenden, zum Beispiel im Editor oder in einem Textverarbeitungsprogramm.




Hier zum Beispiel im Editor.




Ein unauffälliges , aber sehr hilfreiches Werkzeug. Ich benutze es oft um Text in Bildern auf Facebook in anderen Sprachen schnell zu übersetzen. 



Sonntag, 23. Februar 2025

 Windows -Tool zum Entfernen bösartiger Software


Bei Windows 10 & 11 kommen regelmäßig Updates.

Bei diesen Updates wird auch regelmäßig ein Windows-Tool zur Entfernung bösartiger Software (Malicious Software Removal Tool, MSRT) aktualisiert. Es kann auch direkt heruntergeladen werden.

Info: https://www.microsoft.com/de-de/download/details.aspx?id=9905


Dieses Tool ist ein eigenständiges Programm dass extra gestartet werden kann. Es läuft aber auch automatisch bei jedem Update. Das Protokoll findet man im Ordner \windows\debug\mrt.log. Viele User kennen es gar nicht.

Gestartet werden kann es direkt über die Suche und dann kann man einen intensiven Scan starten..




Im Suchfeld "MRT" eingeben und das Programm starten.



Danach "weiter" und im nächsten Bildschirm entscheiden, welche Überpüfungsart angewendet werden soll.

- Schnellüberprüfung (diese wird beim Update jeden Monat am patchday durchgeführt)

- Vollständige Überprüfung - (Achtung diese kann möglicherweise länger dauern)

- Schnellüberprüfung mit zusätzlich festgelegten Ordnern




Danach startet die Überprüfung. 




Wenn sie abgeschlossen ist, kommt ein Bericht. Diesen kann man sich anzeigen lassen.



Das war es schon. Hat gar nicht wehgetan.

Die vollständige Überprüfung kann man auch ab und an durchführen. Am besten direkt nach einem Update. Dann ist der Scanner aktuell. Diese kann aber, je nach PC-Geschwindigkeit und Datenmasse, länger dauern (leider auch mehrere Stunden bei vielen Daten!). Einfach mal ausprobieren. Wer einen Antiviren-Programm außer den Windows Bordmitteln nutzt kann es auch einfach bei der automatischen Prüfung während eines Windows-Updates belassen.